Was ist ein Lupus erythematodes?

Die Krankheit Lupus erythematodes bekam ihren Namen nach einem Tier verliehen, dem Wolf, lateinisch Lupus. Erythematodes bedeutet so viel wie gerötet. Frei übersetzt bedeutet der Begriff also „geröteter Wolf“, weil die Hautläsionen, die bei einem Lupus erythematodes auftreten, denen eines Wolfsbisses ähneln. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, die Entzündungen verschiedener Organe und Gefäße hervorruft.

Formen des Lupus erythematodes

Der Lupus erythematodes wird zu den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen gezählt. Man bezeichnet ihn auch als Rheuma der Haut und der inneren Organe. Im Gegensatz zu den bekannten rheumatischen Gelenkleiden wird der Lupus erythematodes zu den Kollagenosen gezählt. Es wurde lange angenommen, dass sich bei dieser Krankheit das Immunsystem gegen Kollagen, eines der Hauptbestandteile des Bindegewebes, richtet. Heute ist diese Theorie allerdings überholt. Es werden zwei Formen des Lupus erythematodes unterschieden, der Kutane Lupus erythematodes, der sich auf die Haut beschränkt, und der Systemische Lupus erythematodes.

Kutaner Lupus erythematodes

Bei einem Kutanen Lupus erythematodes treten nur an der Haut Symptome auf. Die häufigste Variante ist die des diskoiden Lupus erythematodes, bei dem schuppige Hautrötungen, sogenannte Erytheme, in Kreisform auftreten. Sie erscheinen vor allem an den Stellen des Körpers, die oft Sonnenstrahlen ausgesetzt sind, wie den Wangen, der Stirn und der Kopfhaut. Heilen die Entzündungen ab, ist die Haut an den betroffenen Stellen meist sehr dünn und weist zudem oftmals eine veränderte Pigmentierung auf. Sie kann sowohl heller als auch dunkler gefärbt sein. An solchen Stellen wachsen aufgrund einer Vernarbung der Haarwurzeln keine Haare mehr nach. In seltenen Fällen kann ein Kutaner in einen Systemischen Lupus erythematodes übergehen.

Der Systemische Lupus erythematodes

Der Verlauf eines Systemischen Lupus erythematodes ist meist schwerer. Diese Variante tritt systemisch auf und kann daher Auswirkungen auf den gesamten Körper und die verschiedenen Organsysteme haben. Zunächst treten unspezifische Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit und eine dauernde Müdigkeit auf, im weiteren Verlauf kommt es oft zu Veränderungen von Organen. Am Häufigsten betroffen sind die Niere und das Zentralnervensystem. Der Verlauf eines Systemischen Lupus erythematodes ist individuell sehr unterschiedlich. Milde Symptome klingen oft schnell ab, während Schädigungen bestimmter Organe und Gefäße gefährlich sein können.

Häufigkeit eines Lupus erythematodes

Der Lupus erythematodes ist eine eher selten auftretende Krankheit. In Deutschland sind rund 40.000 Menschen von Lupus erythematodes betroffen. Etwa 80 % davon sind Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 45 Jahren. Generell kann ein weltweites Auftreten der Krankheit verzeichnet werden, bei Asiaten und dunkelhäutigen Menschen tritt sie etwas häufiger auf.

Lydia Köper

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